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Die Fuge als Gestaltungselement

Fugenfarbe und Verlegeart

Die eigenen vier Wände mit Farben und Formen gestalten, die Einrichtung und Wohnaccessoires auswählen, um das Zuhause lebens- und liebenswert zu machen, ist eine faszinierende Tätigkeit. Seit Menschengedenken begleitet uns dabei ein Material: Keramik. Ob als Gefäß, Geschirr oder auch keramische Wand und Bodenbeläge – der Werkstoff ist heute aus keinem deutschen Haushalt mehr wegzudenken. Was uns Menschen fasziniert, sind die Vielseitigkeit, die Natürlichkeit, die Farben und Oberflächen von Keramik – besonders auch als Bodenbelag oder an Wänden. Aktuell kombiniert man Fliesen in den verschiedensten Formaten und auch bei der Farbauswahl sind kaum Grenzen gesetzt. Was aber als Gestaltungsmöglichkeit oft unterschätzt wird, ist die Fuge. Die Verarbeitung der Fuge und das Material entscheiden dabei nicht nur über die Optik, sondern auch über die Beständigkeit des Arbeitsergebnisses. Die Fuge hat also eine ganz wesentliche Bedeutung betreffend „Technik und Gestaltung“.

Für ein vollständiges Fliesenbild

Erst mit der Verfugung entsteht eine geschlossene und funktionale keramische Belagsfläche. Die geschlossenen Fugen verklammern die einzelnen Fliesen miteinander und schaffen so einen festen, dauerhaften, hygienischen und wasserabweisenden Belag. Fugen kompensieren mögliche Spannungen im Gebäude sowie im Bodenbelag, sie sind dampfdiffusionsfähig und ermöglichen den Ausgleich von eventuellen Maßtoleranzen der Fliesen. Die zementäre Fuge zeichnet sich durch ihre hohe Festigkeit und Temperaturbeständigkeit aus. Durch das Zusetzen von verschiedenen Zusatzstoffen erhält die Fuge eine wasserabweisende Eigenschaft. Überaus wichtig ist, dass sich in der zementären und somit alkalischen Fuge Schimmelpilze nicht ansiedeln. Fugenmörtel der Güte EC1+ sind zudem emissionsneutral und beeinflussen die Raumluft nach der Verarbeitung nicht. Sie sind lösungsmittelfrei und setzen keine flüchtigen organischen Verbindungen, sogenannte „VOC“ frei, die Auslöser von Unwohlsein und Krankheiten sein können. Silikonfugen hingegen werden meist nur im Anschlussbereich genutzt und orientieren sich an der Optik der Fugen der gefliesten Fläche. Es gibt sie ebenfalls mit Anti-Schimmelzusätzen.

Spiel der Farben

Optisch strukturieren die Fugen den Fliesenbelag. Sie teilen diesen in Flächen ein, geben dem Auge wichtige Orientierungspunkte für das Raumgefühl. Je nach gewähltem Verlegemuster verleiht die Fuge den Eindruck von Ordnung (Kreuzfuge) oder Natürlichkeit (wilder Verband oder römischer Verband). Je mehr Fugen ein Keramik-Belag aufweist, umso mehr wird er die Raumgestaltung prägen. Fugen sind in vielfältigen Farben und Glimmereffekten erhältlich und bieten somit in Kombination mit dem Farbton der Fliese reizvolle gestalterische Möglichkeiten. Auch die Breite der Fuge ist letztlich ein gestalterisches Element. Dabei ist jedoch zu beachten, dass es technische Empfehlungen der Verlegenormen gibt. Bei der Fliesen- und Fugenpflege ist unbedingt darauf zu achten, dass nicht alle Reinigungsprodukte für das verwendete Material geeignet sind.

Autor: Werner Altmayer, Inhaber der Unternehmensberatung altmayermarketing und Geschäftsführer der EUF, Europäische Union der Fliesenlegerverbände (www.eufgs.com). Er entwickelte außerdem die Initiative www.gestalten-mit-keramik.eu und führte diese europaweit ein.

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